Europäische Lösung zur Entsorgung von Kunstoffen aus der Landwirtschaft im Visier

Kunststoffanwendungen wie Folien, Netze, Garne, Bewässerungsschläuche und Verpackungen sind vielseitige, höchst nützliche Helfer der Landwirtschaft. Ausgedient, verwandeln sie sich unmittelbar in lästigen Müll, der entsorgt werden will. In den Container damit und ab auf die Deponie – das ist der oft gegangene und zugleich schlechteste Weg. Am Willen, es besser zu machen, mangelt es den Beteiligten nicht. Aber in den meisten Ländern Europas fehlen nachhaltige und zugleich praktikable Entsorgungskonzepte. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe des europäischen Dachverbands der Kunststoff-Recycling-Organisationen (EPRO) will jetzt zukunftsweisende Lösungen erarbeiten.

Fehlende Entsorgungskonzepte für riesige Stoffströme

Bei landwirtschaftlich genutzten Kunststoffen geht es um beachtliche Mengen. Fast die Hälfte davon wird zu Folien verarbeitet. Rund 1,2 Millionen Tonnen dieser Kunststoffe stehen jährlich zur Entsorgung an, aber nur 22 Prozent davon werden stofflich recycelt. Mit über 600.000 Tonnen wandert mehr als die Hälfte auf Deponien. Rund 26 Prozent werden energetisch verwertet.

Diese Zahlen bieten ein enormes Verbesserungspotenzial. Bisher haben nur einige europäische Länder gut funktionierende Systeme. Diese basieren entweder auf gesetzlichen Regelungen wie in Irland und Island oder aber auf freiwilligen Initiativen von Industrie, Handel und Landwirtschaft (z. B. in Deutschland, Frankreich, Norwegen, Schweden und Spanien). RIGK betreibt seit Februar 2010 erfolgreich den bundesweiten PELLE-Service für Agrarfolien. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller RKW SE werden seit diesem Jahr zusätzlich Netze und Garne zur Verwertung zurückgenommen (www.pelle-netti.de).

In der Mehrzahl der europäischen Staaten - gerade in Ost Europa - gibt es jedoch noch keine kontrollierte Rücknahme. Eine europaweite Gesetzgebung zur Rücknahme von Nicht-Verpackungskunststoffen aus der Landwirtschaft gibt es nicht.

Internationale EPRO-Arbeitsgruppe erarbeitet effektive, kosteneffiziente Lösungen
Anfang März 2011 hat der Verband EPRO eine staatenübergreifende Gruppe 'Agricultural-Plastics' ins Leben gerufen. Dazu gehören zurzeit 14 Teilnehmer aus Frankreich, Norwegen, Schweden, Island, Deutschland, Irland, Schweiz, Großbritannien, Spanien, Belgien und Rumänien. Diese sind zu einem großen Teil Vertreter nationaler, etablierter oder sich gerade konstituierender Rücknahmesysteme. 


Expertenteam legt Grundstein
Als vorrangige Aufgaben sieht die Gruppe den intensiven Austausch von Informationen über bestehende Entsorgungslösungen, die ökologische und ökonomische Optimierung existierender Rücknahmesysteme und die Unterstützung beim Aufbau in den Ländern, die bisher keine entsprechenden Aktivitäten haben. Ein weiteres Ziel der Gruppe ist der intensive Austausch mit externen Partnern aus Industrie, Handel und Landwirtschaft.

Ein Europa-Forum verbindet Forschung und Praxis
EPRO (European Association of Plastics Recycling and Recovery Organisations, www.epro-plasticsrecycling.org) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern mit dem Ziel, das Recycling und die Verwertung von Kunststoffen europaweit zu organisieren und voranzutreiben. Dabei sollen die Vorgaben der EU sowie nationale Verpackungsdirektiven beachtet und nach Möglichkeit übertroffen werden. EPRO bietet ein Forum

  • für den Austausch von Informationen und Erfahrungen,
  • für die Entwicklung von EU-konformen Strategien zur Vermeidung und die Verwertung von Kunststoffabfällen,
  • zur Unterstützung von Projekten zur Steigerung der Effektivität und Kosteneffizienz von Recyclingkonzepten,
  • zur Bewertung neuer Technologien sowie
  • zur Erforschung von Möglichkeiten zur Qualitäts- und Wertsteigerung gebrauchter Kunststoffe.


Die RIGK GmbH ist seit 2006 Mitglied bei EPRO und hat unter Leitung von Jan Bauer den Arbeitskreis Kunststoffe aus der Landwirtschaft ins Leben gerufen.

Weitere Informationen:
RIGK GmbH
Jan Bauer
Tel.: +49 (0)6 11/30 86 00-16
E-Mail: bauer@rigk.de

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