Eine Zeitung, Kaffeetasse und eine Brille auf einem Tisch

18. Februar 2020

EU Abfall Paket und EU Plastics Strategy

„Green Deal“ fördert europaweite Kreislaufwirtschaft

Bis 2050 will die EU klimaneutral werden. Dafür sollen rund 50 Maßnahmen sorgen, die die EU-Kommission im „Green Deal“ zusammengefasst hat. Teil des Pakets ist eine europaweite Modernisierung der Kreislaufwirtschaft, die bereits mit dem EU-Abfallpaket in 2018 angestoßen wurde. Dass Deutschland dabei eine wichtige Pionierrolle einnimmt, spürt auch RIGK: Sie gibt ihr 28-jähriges Know-how jetzt im Rahmen von Beratungsprojekten an die europäischen Nachbarn weiter.

Mit dem „Green Deal“ will die EU schnellstmöglich eine ökologische Wende einleiten. Ziel ist die Erreichung der Pariser Klimaziele und die Entwicklung von Leitmärkten für klimaneutrale und kreislauforientierte Produkte. Sie sollen auch den Rest der Welt überzeugen, dass sich Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit keineswegs ausschließen. Zwar hatte die europäische Industrie in den vergangenen Jahren schon einen Wandel angestoßen, doch stammen immer noch lediglich 12 % der verwendeten Werkstoffe aus Recycling. Das will der „Green Deal“ zeitnah ändern – mit einem Aktionsplan, der kreislauforientierte Produkte so stärkt, dass Unternehmen zukünftig wiederverwendbare und recycelte Materialien priorisieren.

Mehr Recycling, weniger Deponierung
Der „Green Deal“ bekräftigt das bereits in 2018 verabschiedete EU-Abfallpaket, das einheitliche Richtlinien zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft definiert. Es setzt sowohl zeitlich als auch ökologisch klare Ziele, um eine Erhöhung der Recyclingraten und eine Begrenzung der Deponierung voranzutreiben:

  • Deponierverbot
    Die Einschränkung der Deponierung gilt als eines der wirksamsten Instrumente für eine klima- und ressourcenschonende Abfallwirtschaft und ist gleichzeitig ein wichtiger Anreiz für Recycling. Ab 2035 dürfen die EU-Mitgliedstaaten nur noch maximal 10 % aller Siedlungsabfälle deponieren. Bereits ab 2030 dürfen keine wiederverwertbaren Stoffe mehr auf Deponien landen. Derzeit sind die Standards in Europa noch sehr unterschiedlich. Während in einigen Mitgliedstaaten – allen voran Deutschland – die Deponierungsquote Richtung Null tendiert, liegt sie in anderen Staaten bei über 75 %.
     
  • Recyclingfähigkeit von Verpackungen
    Eine neue Richtlinie zur Vermeidung von Verpackungsabfällen und zur Förderung von Wiederverwendung, Recycling und anderen Formen der Verwertung soll einer endgültigen Entsorgung entgegenwirken. Dazu wurden konkrete Recyclingziele für Verpackungsabfälle und strenge Regeln für ihre Einhaltung europaweit definiert: Bis 2030 müssen 70 % aller Verpackungen und 55 % aller Kunststoffe recyclingfähig sein. Zudem ist die Einführung eines Mindestrecyclinganteils in Verpackungen geplant.

Produktverantwortung – von der Wiege bis zur Bahre
Auch das Circular Economy Package der EU greift Maßnahmen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und des Recyclings auf. Für das Prinzip der „Erweiterten Herstellerverantwortung“ (Extended Producer Responsibility, EPR) gelten zukünftig EU-weite Mindestanforderungen. Bis 2024 muss jeder Mitgliedstaat ein EPR-System für Verpackungen aus dem privaten und industriellen Bereich einführen. Damit werden Hersteller verpflichtet, alle Kosten für die Abfallbewirtschaftung ihrer Produkte selbst zu übernehmen. Die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten begrenzt bisher die Packmittelrücknahmepflicht und -verwertung auf Haushaltsverpackungen oder PET Flaschen. In Deutschland besteht die Produktverantwortung für die Verwertung von Industrie- und Gewerbeverpackungen seit Einführung der Verpackungsverordnung in 1992.

Ein Signal, auf das RIGK gewartet hat
Laut deutschem Recht ist für In-Verkehrbringer von Produkten in Haushaltsverpackungen die Teilnahme an einem dualen System, das für sie die Rückführung und Verwertung der gebrauchten Verpackungen regelt, verpflichtend. Im Industriebereich gilt die Rücknahme- und Verwertungspflicht analog. RIGK Kunden handeln somit gesetzeskonform und erfüllen jetzt schon die geplanten EU-Maßnahmen.

Mit insgesamt sieben etablierten Rücknahmesystemen verfügt RIGK über umfangreiches Know-how zur Rücknahme und Verwertung von Verpackungen und Kunststoffen – und zwar weit über die Bundesgrenzen hinaus. RIGK Romania gibt bereits seit 12 Jahren wichtige Impulse für den osteuropäischen Markt. Die Tochtergesellschaft RIGK Chile begleitet seit 2016 das erste südamerikanische Land auf seinem Weg in eine effektive Kreislaufwirtschaft. Die Kombination aus fachlicher und internationaler Expertise macht RIGK zu einem wertvollen Berater, wenn es an die Umsetzung der neuen EU-Vorgaben geht. Die ersten europäischen Nachbarn haben bereits angefragt, um auf das RIGK Know-how aufzubauen und den im „Green Deal“ und Circular Economy Package angestrebten ökologischen Wandel zu beschleunigen.

Weitere Informationen:
Claudia Hoese
Tel.: +49 611 308600-12
E-Mail: hoese(at)rigk.de

PDF Download (nur englische Version): European Parliament resolution of 15 January 2020 on the European Green Deal, (2019/2956(RSP))