Eine Zeitung, Kaffeetasse und eine Brille auf einem Tisch

05. Dezember 2016

Recycling – Nichts für Einzelkämpfer!

Kunststoffrecycling ist längst kein Nischenthema mehr – das bewies die diesjährige Fachmesse für Kunststoffe „K“ in Düsseldorf. Das Interesse in neue Werkstoffe und Recyclingkonzepte war hoch und die vorherrschenden Themen Energie-, Material- und Ressourceneffizienz zeigten, dass Recycling inzwischen global in der Kunststoffbranche wahrgenommen wird. Die „K“ bot zudem in zahlreichen Foren Gelegenheit, wichtige Themen rund um den klugen Umgang mit Kunststoffabfällen auf internationaler Ebene zu diskutieren.

Nach wie vor nimmt Deutschland in Sachen Kunststoff-Verwertung eine Vorreiterrolle ein – sowohl in der Verwertung als auch im Know-How. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre legt das Kreislaufwirtschaftsgesetz die Schonung von Ressourcen und den Schutz von Mensch und Umwelt fest.

Kernbestandteil ist die Abfallhierarchie, welche die Maßnahmen der Vermeidung und der Abfallbewirtschaftung in fünf Ebenen gliedert.

Anreize zum verstärkten Recycling geben auch die verschiedenen Maßnahmen und Gesetzgebungen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene, bei denen gerade in den vergangenen 12 Monaten wichtige Schritte erfolgt sind. Die Europäische Kommission hat Ende 2015 das Paket zur Kreislaufwirtschaft (Circular Economy Package) verabschiedet, um die europäischen Unternehmen und Verbraucher beim Übergang zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft zu unterstützen. Das Paket will dazu beitragen, den Produktlebenszyklus durch mehr Wiederverwendung und Recycling zu einem Kreislauf zu schließen, der sowohl für die Umwelt als auch für die Wirtschaft Vorteile bietet. In Deutschland steht nach zahlreichen Novellen der Verpackungsverordnung das Verpackungsgesetz ins Haus. Nachdem eine Einigung der Länder auf das ursprünglich geplante Wertstoffgesetz nicht möglich war, konzentriert sich das Verpackungsgesetz nun darauf, die Verpackungsverordnung weiterzuentwickeln. Unter anderem schreibt das Gesetz deutlich höhere Recyclingquoten für Verpackungen vor, die in den dualen Systemen lizenziert und erfasst werden. Auch die Recyclingfähigkeit wird stärker berücksichtigt, was zu besserer stofflicher Verwertung führen soll.

Zwar können Gesetzgebungen den Weg in die Kreislaufwirtschaft erleichtern, aber die Branche muss weiterhin für das Thema sensibilisiert werden. Wie innovativ Recycling und Recyclingprodukte sind, beweist beispielsweise der Wettbewerb „Best Recycled Plastics Product“, den die EPRO (European Association of Plastics Recycling and Recovery Organisations) seit 2009 auslobt. Ziel des Wettbewerbs ist es, das öffentliche Bewusstsein zu stärken und die neuesten Innovationen und Produkt-Designs aufzuzeigen. Hierbei wird auch der Fortschritt in der Anwendung von recyceltem Kunststoff berücksichtigt, was der Industrie die Möglichkeit bietet, ihr Engagement im Bereich „Corporate Social Responsibility“ darzustellen. Auch in diesem Jahr sind Hersteller wieder gefragt, ihre Produkte einzureichen – die Gewinner werden im Februar 2017 auf der IdentiPlast in Österreich bekannt gegeben.

All diese positiven Entwicklungen zeigen: modernes Kunststoffrecycling ist attraktiv für die Wirtschaft und die Produkte inzwischen hochwertig. Sie zeigen aber auch, dass Zusammenarbeit gefragt ist: Der Weg zum effizienten Recycling liegt in den Händen aller Beteiligten in der Wertschöpfungskette vom Kunststoff- sowie Packmittelhersteller über Endverbraucher und Entsorger bis hin zum Verwerter, aber auch bei Politik und Gesellschaft. Wenn sich alle für das gemeinsame Ziel einsetzen und miteinander vernetzen, kann eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft umgesetzt werden.

Weitere Informationen:

Claudia Hoese
Tel.: 0611-308600-12
hoese(at)rigk.de