- Welche Verpackungstypen spielen bei Ihnen eine besonders große Rolle?
Konstantin Kirsch: “Üblicherweise sind es vor allem Kunststoffbehälter in den Größen 20l bis hin zu 200l."
- Wie erleben Ihre Kunden das System – erhalten Sie dazu Rückmeldungen?
Konstantin Kirsch: “Unsere DeLaval Händler, die das RIGK-PICKUP-System nutzen, geben überwiegend sehr positives Feedback. Zum einen entlastet DeLaval damit den Handel, indem wir die Organisation von Entsorgung und Recycling übernehmen – insbesondere bei Verpackungen, die relevanten Gefahrstoffklassen zuzuordnen sind, ist das ein wesentlicher Vorteil. Zum anderen werden die gute Erreichbarkeit sowie die praxisnahe und lösungsorientierte Unterstützung durch die zuständige RIGK-Ansprechperson ausdrücklich hervorgehoben."
Mehrwert, der zählt: Kreislaufwirtschaft konkret umsetzen
- Inwiefern unterstützt das PICKUP-System Sie dabei, Nachhaltigkeitsziele konkret umzusetzen?
Konstantin Kirsch: “Als Hersteller möchten wir unseren Kunden und Handelspartnern eine möglichst einfache und effiziente Möglichkeit bieten, gebrauchte Verpackungen in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Das PICKUP-System hilft uns dabei, die Rücknahme strukturiert zu organisieren und damit Kreislaufwirtschaft sowie eine verantwortungsvolle Entsorgung im Alltag zu unterstützen – als wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und einem sorgfältigen Ressourcenmanagement."
- Wo sehen Sie die größten Vorteile – sowohl organisatorisch als auch im Hinblick auf gesetzliche Anforderungen?
Konstantin Kirsch: “Aus meiner Sicht liegt ein großer Vorteil in der sehr guten Erreichbarkeit der RIGK und der pragmatischen, unkomplizierten Lösungsfindung. Da Verpackungsthemen im Tagesgeschäft oft nur eines von vielen Themenfeldern sind, ist es für mich zudem hilfreich, bei Bedarf Hinweise zu neuen oder geänderten gesetzlichen Anforderungen zu erhalten und diese direkt mit den zuständigen Ansprechpartnern einordnen zu können."
Hürden in der Fläche: Bekanntheit, Integration und Nutzung im Agrarumfeld
- Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei der Verpackungsrücknahme – insbesondere in Ihrem Umfeld?
Konstantin Kirsch: “Ein solches System anzubieten, ist zunächst ein wichtiger erster Schritt. Im landwirtschaftlichen Umfeld ist das Bewusstsein für Recycling und funktionierende Wertstoffkreisläufe teilweise noch stärker ausbaufähig. Entsprechend sehen wir insbesondere bei der weiteren Verbreitung und Nutzung des Systems über unsere DeLaval Händler und Kunden hinweg weiteres Potenzial."
- Gab es Hürden bei der Einführung oder Nutzung des Systems?
Konstantin Kirsch: “Eine der größten Hürden ist in der Praxis oft die Bekanntmachung des Systems. Ebenso entscheidend ist die Umsetzung vor Ort bei unseren DeLaval Händler – insbesondere, wie gut sich die Abläufe in die bestehenden Arbeitsprozesse integrieren lassen."
- Welche Empfehlungen würden Sie anderen Unternehmen geben, die sich mit strukturierter Verpackungsrücknahme beschäftigen?
Konstantin Kirsch: “Ein solches System funktioniert vor allem dann gut, wenn es sich unkompliziert in bestehende Abläufe integrieren lässt. Wichtig ist außerdem, dass die Rückgabe für diejenigen, die die Verpackungen entsorgen, möglichst einfach und praxistauglich organisiert ist."
Rückblick: Warum Verpackungsrücknahme heute anders bewertet wird
- Wie hat sich das Thema Verpackungsrücknahme aus Ihrer Sicht in den letzten Jahren entwickelt?
Konstantin Kirsch: “Aus meiner Sicht gewinnt das Thema Verpackungsrücknahme in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung und rückt stärker in den Fokus der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dabei wird die Entwicklung auch zunehmend durch den allgemeinen Nachhaltigkeitsgedanken und entsprechende Erwartungen an Unternehmen mitgetragen."
- Welche Veränderungen oder Fortschritte sind Ihnen besonders aufgefallen?
Konstantin Kirsch: “Im landwirtschaftlichen Umfeld wird aus meiner Sicht zunehmend sichtbar, welche Betriebe und Händler sich gezielt zukunftsfähig aufstellen möchten. Dazu gehört – neben weiteren Faktoren – auch, dass sie sich stärker mit Abfallwirtschaft, Entsorgung und Recycling auseinandersetzen. Diese Betriebe gehen das Thema Nachhaltigkeit insgesamt strukturierter an und versuchen, möglichst wenig dem Zufall zu überlassen."
Blick nach vorn: Standards, Transparenz und effizientere Verwertung
- Welche Rolle wird die Rücknahme und Verwertung von Verpackungen in den kommenden Jahren für Unternehmen wie Ihres spielen?
Konstantin Kirsch: “Die Rücknahme und Verwertung von Verpackungen dürften in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen – nicht zuletzt durch Anforderungen des Gesetzgebers. Gleichzeitig wird das Thema im Kontext von Nachhaltigkeit und Ressourcenmanagement zunehmend relevanter. DeLaval wird daher auch künftig ein klares Augenmerk darauflegen, geeignete Rücknahme- und Verwertungslösungen weiterzuführen und bei Bedarf weiterzuentwickeln."
- Welche Entwicklungen – regulatorisch oder technologisch – halten Sie für besonders relevant?
Konstantin Kirsch: “Regulatorisch wären einheitlichere Standards über alle Märkte hinweg und mehr Transparenz in Liefer- und Entsorgungsketten besonders relevant. Das kann Leistungen nachvollziehbarer machen und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden stärken.
Technologisch wären weitere Verfahren hilfreich, die auch bei größeren Mengen praktikabel sind und die Verwertung noch effizienter machen. Bei einigen Materialien und Stoffströmen gibt es weiterhin Potenzial, sie stärker im Recyclingkreislauf zu halten."
Persönlich zum Schluss: Motivation – und ein Wunsch an die Branche
- Was motiviert Sie persönlich, sich mit Themen wie Verpackung, Rücknahme und Kreislaufwirtschaft zu beschäftigen?
Konstantin Kirsch: “DeLaval verfolgt die Vision „We make sustainable food production possible“. Daran orientieren wir uns in vielen Bereichen, damit Milchproduzenten mit weniger Aufwand mehr erreichen können. Dafür entwickeln wir langlebige Produkte; präzise, digitale Tiermanagementsysteme und passende Beratungsangebote, die den Alltag auf dem Betrieb unterstützen. Dazu gehört für uns auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt.
Gleichzeitig lässt sich der Einsatz von Verpackungen bei manchen Produkten im landwirtschaftlichen Alltag nicht vollständig vermeiden. Umso wichtiger ist es, hierfür Verantwortung zu übernehmen und praktikable Rücknahme- und Recyclingwege anzubieten. Mich motiviert dabei besonders der Gedanke, dass Nachhaltigkeit nur dann realistisch vorankommt, wenn nicht nur Kundinnen und Kunden in die Pflicht genommen werden, sondern auch die Unternehmen, die Verpackungen in Verkehr bringen. Entsprechend möchten wir unseren Beitrag leisten, Wertstoffkreisläufe möglichst aktiv mitzugestalten."
- Wenn Sie einen Wunsch für die Zukunft der Branche frei hätten: Was müsste sich verändern, damit Kreislaufwirtschaft noch besser funktioniert?
Konstantin Kirsch: “Damit Kreislaufwirtschaft spürbar noch besser funktioniert, braucht es mehr als nur den Appell an Verbraucherinnen und Verbraucher. Wichtig wäre, dass auch Hersteller noch stärker in die Verantwortung eingebunden werden – aber mit einem fairen Rahmen: Nachhaltiges Handeln sollte sich auch wirtschaftlich lohnen, und umweltschädliches Verhalten sollte konsequent adressiert werden, zum Beispiel durch geeignete Vorgaben oder Sanktionen."